Birdy

Birdy
"Du wirst nie fliegen Al.
Weil Du nicht glaubst, daß Du fliegen kannst.
"
(Birdy)

Ein Mann kauert in der Ecke seiner Zelle, in einer abstrusen Körperhaltung und im Schlafanzug. Es ist kein Gefängnis, es ist eine Anstalt, ein Sanatorium des amerikanischen Militärs, und derjenige, der da rumkauert, ist Birdy. Der Film spielt gegen Ende des Vietnamkriegs bzw. kurz danach. Birdy war Soldat und war nach einem Huschrauberabsturz einen Monat lang vermisst ... niemand weiß, was in dieser Zeit passiert ist. Aber seit er gefunden wurde, hat er keinen Ton mehr gesagt, wirkt apathisch, lässt niemanden an sich ran und verharrt in seltsam verkrümmten Körperpositionen. Der betreuende Arzt hält es für sinnvoll, Birdys alten Freund Al kommen zu lassen ... seinerseis schwer verwundet aus Vietnam zurückgekehrt wartet er darauf, daß die Mullbinden von seinem Gesicht entfernt wurden, das nach einem Granattreffer schwere Verbrennungen und einen zertrümmerten Kiefer davongetragen hat.

Der Film erzählt von dem Versuch des Freundes, Birdy wieder "zurückzuholen" ... in vielen Rückblenden wird gezeigt, was die beiden gemeinsam in der Vergangenheit erlebt haben und wie verschieden sie doch waren/sind - Al der Realist, mit beiden Beinen im Leben stehend, interessiert an Sport und an Frauen, manchmal etwas aufbrausend, und auf der anderen Seite der introvertierte, verträumte, seltsam weltfremde Birdy, der seinen Spitznamen bekommen hat, weil er vernarrt ist in Vögel, davon träumt, zu fliegen oder sogar selbst zum Vogel zu werden ... ein unerreichbarer Traum, was er sich selbst aber nicht eingesteht. Das Wiedersehen der beiden Freunde gerät unter Druck, als der behandelnde Arzt anfängt, am Erfolg des Vorhabens zu zweifeln und darüber nachdenkt, Al wieder nach Hause zu schicken.

Birdy ist ein ruhiger Film ... ein Film über die seltsamen Wege, die das Leben manchmal einschlägt, über unterschiedliche Ziele, Träume und was man tut, um sie zu verwirklichen ... und nicht zuletzt über Freundschaft. Er zählt zu meinen Lieblingsfilmen. Der Soundtrack zum Film stammt übrigens von Peter Gabriel ... rein instrumental, aber sehr passend und auch ohne den Film hörenswert.