Ayreon - The Human Equation


"[Agony] I am pain
I am real. I'm not a dream
I'm the chain around your neck as you scream

Surrender now
You can't beat death at his ruthless game
Make your bow
Hang your head in shame

[Me] I can't believe there is no way out...
[Agony] You'll I find you are wrong
[Me] You fill me with doubt...
[Agony] You were never that strong
"
(Day Three - Pain)

Ein Mann liegt nach einem schweren Unfall auf der Intensivstation einer Klinik. Er liegt im Koma, kämpft um sein Leben, gefangen in seiner eigenen  Welt, in seinen Erinnerungen, seinen Gedanken, seinen Ängsten, Hoffnungen, Wünschen und seiner Wut - ohne etwas von der Umgebung mitzubekommen. Etwas in ihm sagt, es ist besser, aufzugeben, es wäre der leichtere Weg, es hat keinen Sinn zu kämpfen ... wie lähmendes Gift dringt der Schmerz durch den Körper, der Tod verheisst süsslich die Erlösung. Aber der Mann will nicht sterben ... er möchte sich nicht mit diesem Schicksal abfinden, er will nicht, daß es so endet, er will nicht, daß es nun vorbei ist.

[Agony] I am pain
I am the wound that never heals
It's all in vain
No compromise, no deals...

[Me] I can't believe this is the end
[Agony] It's written in stone
[Me] Where are my friends?
[Agony] You have always been alone!
(Day Three - Pain)

Die Gefühle in seinem Unterbewusstsein laufen wild und wirr durcheinander, ohne das Ordnung hineinkommt ... die Ohnmacht führt die Wut zutage, aus der er neue Kraft schöpft, Kraft, sich dem Kampf zu stellen, so verlockend das Aufgeben auch sein mag ... Wut, Enttäuschung, der Gedanke, noch etwas offen zu haben im Leben ...

[Rage] (Pain!) We lead
We hide as the pain leaves the rage inside
(Motion personified alpha)
Being here, welcomed by...a sane mind
A travelled lie

[Agony] I am pain
I am the end, I am your wraith
Nothing remains
I'm the loss of hope and faith

[Me] I can't believe there is no way out...
[Agony] You'll I find you are wrong
[Me] You fill me with doubt...
[Agony] You were never that strong
(Day Three - Pain)


Ein neues Gefühl mischt sich in das Chaos ... ein warmes Gefühl, die Liebe, die Erinnerung an jemand, der ihm sehr nahesteht ... ein weiterer Farbtupfer in einem nicht mehr entwirrbaren Strudel, der zum nächsten Tag des Komas führt ...

[Rage] We lead, we hide as the pain leaves the rage inside
(Motion personified alpha)
Being here, welcomed by...a sane mind
A travelled lie
All the time, I had waited with rage
All the time, I was promised my salvation

[Love] I can't accept this, we will find a way
Out of this cesspool of doom and dismay
Beyond this dejection there's beauty and grace
A glorious future we long to embrace

[Rage] (Pain!) All the time, I have waited with rage
(Motion personified alpha)
All the time, I was promised my salvation
(Day Three - Pain)

Am Bett des Mannes sitzen seine Frau und sein bester Freund, die sich fragen, was passiert ist, wie er am hellichten Tage auf gerade, trockener Fahrbahn vom Weg abkommen und gegen einen Baum prallen konnte. Es ist ungewiss, ob der Mann die Nacht überlebt ...

"The Human Equation" ist ein Konzeptalbum, das sicherlich nichts für zwischendurch ist. Es beschreibt - wie oben schon angeklungen - zwanzig Tage, die ein Mann nach einem schweren Unfall im Koma liegt. Im Vordergrund steht dabei ganz klar die Geschichte, die Gedanken und Gefühle, alles, was sich im Gehirn des Verunglückten abspielt. Jedes Gefühl, jede Stimmung hat auch ihre eigene Stimme - elf Sängerinnen und Sänger sind an dem Doppelalbum beteiligt. Die Musik selbst ist sehr abwechslungsreich und atmosphärisch, sie ermöglicht das Eintauchen in die Geschichte, auf eine gewisse Art das Miterleben. "Pain" ist dabei ganz klar mein Lieblingsstück ... man meint förmlich das Blut durch die Adern pulsieren zu hören, die Qualen und die Verlockung, aufzugeben ... und dann wie eine Explosion die geweckte Wut, die Aggressionen, die in dem Mann schlummern, diese unglaubliche Enttäuschung über sein gelebtes Leben. Die unterschiedlichsten Instrumente reihen sich aneinander, geben sich den musikalischen roten Faden variationsreich einander in die Hand ... akustische Gitarre, Synthesizer, dann wieder ein deutlicher, brachial einsetzender Heavy-Einschlag mit E-Gitarre und brutalem Schlagzeug, dann ein plötzlicher Wechsel zu einer Panflöte.

Kein Einerlei, das Arjen Lucassen, in gewissem Sinne der "Projektleiter", da geschaffen hat - denn Ayreon ist keine Band ... Ayreon ist im Wesentlichen Arjen Lucassen, der eine Idee für ein Album hat und dann nach Leuten sucht, mit denen er es arrangieren kann, seien es nun Sänger oder Instrumentalisten ... für jeden Job, für jede Stelle der passende Künstler ... teilweise für ein einziges Solo ausgewählt. Das auf zwei CDs verteilte Ergebnis - je Tag ein Song - ist absolut hörenswert ... und zusätzlich gibt es noch eine Making-Of DVD dazu.