Sonntag, 11.11.2001

"Etwas bricht herein
Über unsere Welt
Das Haus der Lügen fällt.
Alles was sicher schien zerbricht
Schlafende Hunde weckt man nicht ...
"
(Veronica/Janus)

Ich bin fasziniert. Wirklich fasziniert ... anders kann ich es nicht nennen. Da hab ich einen Musik-Sampler ... Angels of Delight heisst der ... mal gekauft, ab und zu gehört, gar nicht so oft ... ab und zu mal nebenbei ... heute - bei der ganzen tristen Diesigkeit - dachte ich mir, leg ihn mal wieder rein ... mal wieder was anderes hören als Bocelli oder Honolulu Mountain Daffodils ... denn das war so mehr oder weniger meine Musik für diese Woche ... also wie gesagt, ich denke mir, leg mal wieder diesen Sampler rein ... es gibt ein Lied auf dem Sampler, das ich traumhaft schön finde ... und dieses Lied lief dann irgendwann in Endlosschleife ... irgendwie hat es mich regelrecht in den Bann gezogen ... draußen wird es dunkler und dunkler, und dazu läuft dieses Lied, das ein seltsames Gefühl sät ...

Seltsam ... ich meine, ich höre es bei weitem nicht zum ersten Mal ... aber irgendwie muß ich wohl nie wirklich auf den Text geachtet haben oder nie versucht haben, ihn in Gänze zu verstehen ... kommt mir fast schon frevelhaft vor jetzt. Dachte immer, es ginge um ein Beziehungsdrama, eine Frau, die ihren Freund oder Mann verlassen will, und die irgendwie ein Selbstgespräch mit sich führt darüber ... aber das ist es gar nicht ... es ist fast wie eine kleine Geschichte, die da erzählt wird ... ein kleines Drama ... es ist kein Selbstgespräch, daß sie mit sich führt, um ihre Gedanken zu sammeln ... sie spricht mit dem Bruder ihres Freundes ... und es geht nicht darum, daß sie ihren Freund verlassen will ... es geht darum, daß sie früher eine Prostituierte war ... was ihr Freund nicht weiß ... und der Bruder zu ihren Freiern gehörte, sich wohl in sie verliebt hatte ... einseitige Liebe ... und nun drängt sich der Bruder in die Beziehung, droht ihr damit, ihrem Freund alles zu sagen ... daß sie zu haben war für Geld, er einer von vielen war, die bei ihr bezahlt haben ...

Ein Lied, das Stimmungen transportiert ... ein wirklich schönes Lied ... akkustische Gitarre, Percussions, ein im Hintergrund bleibender Bass, kein bemerkbares Schlagzeug, dafür Streicher und eine Stimme, die Gänsehaut auf jeden Quadratzentimeter legt ... traurig, vielleicht bittend, nicht verzweifelt, das ewige Unter-Druck-gesetzt-werden leid ...

"Wozu willst Du mit ihm reden ?
Tu ihm nicht weh ...
Wenn Du ihn wirklich so sehr liebst
Dann geh ..."

(Veronica/Janus)