Donnerstag, 03.10.2002

"Gabi T. aus Frankfurt
lebt im Osten unserer Stadt
Ja sie darf dort wohnen
Wo der Himmel Stockwerke hat"
(Kling Klang Schicksalsmelodie/Markus)

"Jetzt wird Dir die Hose platzen" schreibt Mausi. Ich weiß nicht, wer Mausi ist und wieso sie mir eine Mail schreibt ... aber irgendwas sagt mir, daß ich diese eigenartige Mail doch besser löschen sollte, ohne sie zu lesen. Zusätzlich dazu entschließe ich mich, die Warnung der unbekannten Dame ernst zu nehmen und mal auf Toilette zu gehen ... man weiß ja nie, was die nahe Zukunft bringt. Joah ... und damit hab ich auch sofort einen wunderbaren Übergang zu dem, worüber ich eigentlich schreiben wollte ... es ist nämlich eine Filmkritik ;-).

Es geht um "Minority Report", den neuen Film mit Tom Cruise in der Hauptrolle. Joah ... ein eigenartiger Film, in vielerlei Hinsicht. Der erste Film übrigens, bei dem ich ernsthaft mittendrin erwogen habe, aufzustehen und zu gehen. Ein Film, in den ich vermutlich nicht gegangen wäre, wenn ich einige Details was denn da so zu sehen ist vorher gewusst hätte ... manches wirkt auf mich nunmal einfach nicht sonderlich appetitanregend. Das interessante ist allerdings: Wenn ich nicht reingegangen wäre, hätte ich was verpasst. Naja, zum Film ... er spielt in der Zukunft, im Jahr 2054 oder so ... in einer amrikanischen Großstadt läuft seit einigen Jahren ein Projekt, das sich Precrime nennt ... es gibt drei Menschen, die unter Drogen gehalten Morde voraussehen ... diese drei Menschen hatten als Kind starke Gehirnschäden, ihre "seherischen" Fähigkeiten wurden erst später erkannt. Nundenn, es gibt eine Art Sondereinsatzkommando, das diese vorhergesehene Morde verhindert ... die zukünftigen Mörder werden dingfest gemacht und "eingelagert". Irgendwann ist wirklich der Status erreicht, daß in der Stadt keine Morde mehr passieren und der zeitpunkt naht, zu dem entschieden werden soll, ob das Projekt landesweit eingeführt werden soll. Just kurz vor diesem Termin wird dann ein Mord vorausgesehen, den der Leiter des Eingreifteams verübt (also Tom Cruise) ... dieser hält das natürlich für einen Irrtum oder denkt, die Vorherseher wären irgendwie beeinflusst worden, von wem und aus welchen Gründen auch immer ... und das versucht er zu beweisen, während das Team versucht, ihn festzusetzen (denn die "Sehenden" machen nunmal keinen Fehler und was sie vorhersehen wird nicht angezweifelt) ... derweil rückt die zukünftige Tat immer näher. Der Titel Minority-Report kommt übrigens daher, weil ab und zu einer von den dreien die Zukunft etwas anders sieht und dann quasi "überstimmt wird" ... sein Report (der Minority-Report") wird dann vernichtet, damit niemand das System in Frage stellt ... aber er wird nicht wirklich endgültig vernichtet ;-).

Nunja, lange Zeit war ich der Meinung "uah nunja ganz lustiges Thema, aber nicht wirklich spektakulär ... zudem unnötigerweise gut angereichert mit Szenen, bei denen ein kollektives "ieeeeh bähhh uärks" im Kino zu hören war ... nicht jeder geniesst es beispielsweise zu sehen, wie einem die Augen rausgenommen und neue eingesetzt werden. Aber der Film bekommt irgendwann eine sehr interessante Wendung ... eine Wendung, die ihn eben aus dieser 08/15-noch-so-ein-SF-Film-Einordnung raushebt ... ich möchte hier nicht zuviel verraten, nur so viel ... es gibt irgendwann eine Stelle, wo man denkt, der Film wäre logischerweise gleich zuende ... aber das ist vollkommen falsch ... ebenso wie man plötzlich merkt, daß das Puzzle, das gerade fast fertig zusammengebaut ist, gar nicht das Puzzle ist, um das es eigentlich geht ... und danach hält der Film eine Reihe wirklicher Überraschungen bereit. Also in Summe -> ein empfehlenswerter Film ... wegen der Story-Entwicklung und einer Reihe guter Einfälle was die Welt der Zukunft betrifft ... etwas weniger Lexus- und Nokia-Werbung wäre aber auch nicht schlecht gewesen ;-).