Samstag, 09.11.2002

lime green lime green and tangerine
are the sickly sweet colours of the snakes I'm seeing
lime green and tangerine
are the sickly sweet colours of the devil in my dreams
lime green lime green and tangerine
are the sickly sweet colours of the snakes I'm seeing
lime green and tangerine
are the sickly sweet colours of the devil in my dreams
it gets to friday and I give you a call
"you know im getting kind of worried
no she doesnt seem herself at all...
lime green and a sickly kind of orange
I've never seen her like this before..."
I had the best laid plans this side of america
started out in church and finished with angelica
red and blue soul with a snow white smile
"can you dig it?"
(Wrong Number/The Cure)

Ibrahim schreibt mir. Ibrahim Wahala. Ich glaube ich mag Ibrahim. Ich weiß nicht, wieso. Immerhin schreibt er mir das erste Mal. Und noch dazu auf englisch. Aber manchmal mag man Leute halt, ganz intuitiv, ohne groß nachzudenken. Vielleicht ist das, weil Ibrahim aus Afrika kommt. Und in Afrika geht es heiß her. Ist kein Zuckerschlecken da. Das habe ich erst vor kurzem in dem Film "Die Wildgänse kommen" gesehen. Das ist ein Dokumentarfilm über den Gebrauch von englischer Tarnbekleidung in der Savannah ... und natürlich vom Zustand da unten in Afrika. Das da überall Milizen sind und so weiter. Und ganz viel gemordet wird. Und Söldner da immer runtermüssen, um irgendwelche Kupferminen zurückzugewinnen. Oder so. Oder Leute zu befreien. Oder auch nicht. Und Flugzeuge gibt es da unten auch kaum, nur so komische C-47 Dinger aus dem zweiten Weltkrieg noch. Joah. Ein wachrüttelnder Film. Also, ganz ehrlich, ich mag die Dokumentarfilme, wo der Roger Moore mitspielt. Weil der kann das eben. Dokumentieren meine ich. Bei dem sitzt man immer in der ersten Reihe. Mittendrin in der kochenden Dokumentarsuppe. Und der kann das noch besser, wenn ihm so Leute wie der Richard Burton und der Hardy Krüger zur Seite stehen ... und Stewart Granger, der ja auch viele Westerndokumentationen gedreht hat ... und noch ganz viele andere. Wobei das natürlich alles keine Afrikaner sind ... was sie von Ibrahim unterscheidet.

Ibrahim ist Afrikaner. Zumindest hab ich das so verstanden. Und Ibrahim hat ein Problem. Weil Ibrahim hat ganz plötzlich 2,7 Millionen $ zuviel. Typisch Afrikaner halt. Schließen einen Kontrakt ab über 17,2 Millionen $ für irgendwelche Schulen, die zu bauen sind, und dann macht das nicht die Firma, die es machen sollte, sondern die Japaner ... und weil die Japaner eh immer alles besser und günstiger machen brauchten die eben nur 15 Millionen $. Und deshalb hat Ibrahim nun 2,7 Millionen $ zuviel ... diese von ihm vermutlich selbst berechnete Differenz der beiden Beträge ist der erschreckende, endgültige Beweis dafür, wie wichtig Schulen für Afrika sind. Aber er hat die eigentlich gar nicht ... die Millionen meine ich ... weil er bekommt die volle Summe erst, wenn die auf ein ausländisches Konto überwiesen wird. Joah. Sonst nicht. Und so hat sich der Ibrahim nun gedacht, "Ha, ausländisches Konto, da schreib ich mal dem Silberfuchs" ... weil mein inländisches Konto ist natürlich für jemanden aus Afrika ein ausländisches Konto ... so einfach ist das. Joah. Und er meint nun, wenn ich ihm mein Konto zur Verfügung stellen könnte wären wir beide (und eventuell mit uns beiden ganz Afrika) einen Schritt weiter. Wobei er natürlich hinzufügt, daß das eine ganz eilige und ganz vertrauliche Nachricht wäre ... joah ... confidential ... das heisst nämlich vertraulich oder so ... kenn ich aus anderen Dokumentarfilmen mit dem Roger Moore ... wo der auch immer so vertrauliche Nachrichten überbringt ... für die Königin von England. So wie das ganz viel früher der Robin Hood gemacht hat. Mit der Marian. Wir haben ja längst keine Königin mehr. Wir haben nur den Schröder. Aber zurück zu Ibrahims Problem. Hm ... eigentlich hätte ich da ja gar keinen Tagebucheintrag zu schreiben dürfen. Weil das ja alles so vertraulich ist. Aber ich weiß echt nicht, was ich nun tun soll mit dem Ibrahim. Ich weiß gar nicht, ob mein Konto für so viele Stellen ausgerichtet ist. Vermutlich kann man darüber nur Beträge im fünfstelligen Bereich oder so abwickeln. Weil ich hab ja nie so große Geldtransfers bei mir laufen. Das ist bestimmt ähnlich wie bei einem Counter für die Homepage, da muß man ja auch sagen, wie viele Stellen man eigentlich braucht ... die überflüssigen, ungenutzten kann man ja dann gelich sparen. Bin ja auch bei der Sparkasse.

Hm, nein, auch wenn er mir noch so sympathisch ist, ich glaube, ich kann Ibrahim nicht helfen, echt, leider. Ich kann nur hoffen, daß Ibrahim einen anderen findet, der ihm da hilft ... mit einem größeren Konto. Auch wenn er mir noch so nett dankt und wünscht, daß Gott mich bleicht, wobei viel bleicher kann ich eigentlich kaum noch werden ... upsa, nee, bleach ist bleichen glaub ich, bless ist segnen gell ? Na egal ... auch nett daß unter der Mail gleich noch so ein französischer Hinweis auf ein Gewinnspiel für einen PS2 ist, an dem man mit einer SMS teilnehmen kann ... wobei ich leider nicht weiß, wo ich die nun hinschicken soll. Kann also wieder keinen PS2 gewinnen ... ein hartes Leben.

Ich hör dann eben einfach weiter Cure.

I had the best laid plans this side of america
started out in church and finished with angelica
red and blue soul with a snow white smile
"can you dig it?"
and now I dig in the dirt
and I'll be down here for a while...
"hello? are you still there?"
"hello? are you still there?"
...and much too late...
"sorry, wrong number"
(Wrong Number/The Cure)