Sonntag, 04.05.2003

"After seven days
He was quite tired, so god said:
'Let there be a day
Just for picnics, with wine and bread'
He gathered up some people he had made
Created blankets and laid back in the shade."
(God shuffeld his feet / Crash Test Dummies)

Sonntag, 13:39. Ich esse ein Bauernfrühstück von Pfanni ... zum ersten Mal. Schön einfach zuzubereiten, man kann praktisch nichts falsch machen, und man braucht nur eine Viertelstunde oder so dazu. Lecker. Ich glaube, danach werde ich satt sein ... sehr satt. Ich mag Gerichte, die schnell und einfach zubereitet sind. Ich bin kein großer Koch, werd es nie werden. Wozu auch ? Draußen scheint die Sonne, schöner, blauer Himmel, und es laufen die Crash Test Dummies ... passende Musik dazu. Ich denke, ich werde gleich was rausgehen, mich in die Sonne setzen, ein Buch mitnehmen und was lesen ... und den Sonntag geniessen. Ja, das erscheint mir vernünftig. Schade das es bis Aachen rein dann doch wieder eine halbe Stunde ist ... und nach Autofahren ist mir nicht. Wie gut es da doch Leute haben, die einfach nur aus der Tür zu fallen brauchen und sich an einem Tag wie diesem irgendwo draußen hinsetzen können in ein Bistro, ein Cafe oder eine Kneipe, geruhsam was trinken, was erzählen, Leute beobachten.

Leute beobachten kann manchmal sehr interessant sein ... wenn man in der Stimmung dazu ist und die nötige Ruhe und Muße, das Beobachtete auch auf sich wirken zu lassen. Wie gestern ... ein Freund von mir hat sich ein neues Auto geleistet, einen Astra, und bei der Besichtigung des neuen Vehikels (Farbe schwarz) kamen wir auf die Idee, nach Aachen zu fahren, einfach was zu trinken, er fährt hin, ich zurück. Seltsam ... irgendwie ist es Samstags nachmittags was anderes, sich irgendwo hinzusetzen, als abends ... entspannender ... die Geschäfte sind noch auf, Leute arbeiten noch, andere sind unterwegs, um Einkäufe fürs Wochenende zu machen oder schnell etwas zu erledigen ... dabei nimmt man noch bewusster war, daß man selbst einfach nur da sitzt, etwas trinkt, sich umschaut und einfach nur "abhängt". Abends hingegen, abends sind alle nur noch unterwegs, um sich einen schönen Abend zu machen (außer den Kellnern natürlich) ... abends ist es nichts mehr besonderes, daß man sich irgendwo hinsetzt und den lieben Gott einen lieben Gott sein lässt.

Manchmal muß man sich so etwas gönnen ... sich von dem Trubel distanzieren, sich ein Stück zurücknehmen, die Welt mal die Welt sein lassen ... sie dreht sich eh auch ohne einen weiter. Wie oft hasten wir irgendeiner Sache hinterher, als würde unser leben davon abhängen, irgendwelchen Dingen oder Entscheidungen ... und wie wichtig ist das alles dann im Endeffekt, wenn wir es mal vor den großen Zusammenhängen sehen ? Und wie wichtig sind wir eigentlich selbst ? Ich schaue aus dem Fenster, sehe den Wind in den Bäumen und Sträuchern, oben unter dem Dach nistet ein Zaunkönig, der eifrig hin und her fliegt ... das Leben wird wieder bunter, die Farben intensiver ... das Leben ist schön ... egal ob man nun die Augen auf hat oder nicht.

Achso ... zum Abschluß noch ein Link ... über alternative Lebensweisen und auf das, was man wirklich zum Leben braucht ... bewussten Verzicht ... interessant zu lesen:  Die Frau die einfach nur lebt