Donnerstag, 29.01.2004

"Between the spaces along the wall
Appearing faces, that disappear at dawn
We're getting closer, I can see the door
Closer and closer
Cthulhu calls
Forever remain - forever remain"
(Last Exit for the Lost / Fields of the Nephilim)

Ein seltsames Gefühl. Über Nacht hat es geschneit. Stark und unerwartet. Schnee ist selten geworden in diesen Breitengraden. Seltenes Glück. Eine Chance, vergangene Eindrücke wiederzuerwecken ... neue zu gewinnen. Eine Landstraße ... und keine Autos. Für eine halbe Minute ... oder mehr ? Kein Auto auf der Straße, soweit das Auge blickt. Keine Geräusche, fast kein Wind. Nur man selbst und dieser Ort ... eine leere Straße, die von irgendwoher kommt und irgendwohin führt ... der Schnee, der langsam aber unaufhörlich fällt und sich über die Szenerie legt wie ein weißes, kühlendes Tuch, das die Augen von der Last des Belanglosen befreit. Kälte, die die Sinne schärft. Tief durchatmen, die Augen schließen, die Ruhe lauschen, spüren. Eine Spur von Verlorensein ... eine Spur von Finden ...

Eine halbe Minute - eine kurze Zeitspanne für den Menschen. Eine halbe Minute - eine Ewigkeit für die Sinne.