Samstag, 14.02.2004

"No one leaves you
When you live in their heart and mind
And no one dies
They just move to the other side
When we're gone
Watch the world simply carry on
We live on laughing and in no pain
We'll stay and be happy
With those who have loved us today"
(Estonia / Marillion)

Der Tod ist immer weit weg. Wir wissen, daß es ihn gibt, wir wissen, daß es keinen Weg um ihn rum gibt, man kann ihn nicht austricksen, eines Tages müssen wir alle gehen. Es ist ein Wissen im Hintergrund, irgendwo in uns, gut versteckt oder verdrängt, es ist nicht präsent, es ist wie ein Schatten, der irgendwie immer da ist und den wir dennoch nicht wahrnehmen. Wir erleben den Tod täglich im Fernsehen oder in Zeitungen, aber er bleibt fern und irreal. Der Tod ist nichts, was wir mit uns verbinden oder mit den Menschen, die wir kennen, die uns nahe stehen.

Aber der Tod ist nicht weit weg, auch wenn wir das glauben möchten. Er fragt nicht, ob er kommen darf, er braucht keine Einwilligung, er ist plötzlich da, ohne anzuklopfen steht er im Raum und alles ist anders. Entweder müssen wir selbst gehen, oder es ist jemand aus unserer Umgebung, der von einen Moment auf den anderen nicht mehr da ist ... jemand, den wir seit vielen Jahren kannten. Es spielt keine Rolle, ob man Gelegenheit hatte, sich zu verabschieden oder noch irgendwas zu sagen, man kann nichts mehr machen oder ändern, man kann auch nichts mehr ungeschehen machen ... der Tod ist ein endgültiger, kalter Schnitt, der jemanden fortnimmt und andere zurücklässt.

Zunächst nimmt man es nicht wirklich wahr, man denkt, es kann nicht sein, glaubt es nicht ... und hat man dann schließlich irgendwann begriffen, was da eigentlich passiert ist, bleibt eine seltsame Sprachlosigkeit ...