Sonntag, 19.09.2004

"When the darkness takes me over
Face down, emptier than zero
Invisible you come to me
Quietly ...

Stay beside me
Whisper to me 'Here I am'
And the loneliness fades

Some people think I'm somethin'
Well you gave me that, I know
But I always feel like nothing
When I'm in the dark alone"
(Neverland / Marillion)

'Neverland' live. Open Air anlässlich des Tages der Raumfahrt 2004, in Kön Porz, auf dem (ehemals militärischen) Flugfeld des Geländes des DLRs. Die Sonne ist inzwischen untergegangen, aber noch spendet sie ein wenig Licht. Irgendwo im Norden ziehen Wolken heran, die sich dunkel vom restlichen Himmel abheben. Es ist nicht kalt, 19 oder 20 ° vielleicht. Es war ein schöner, warmer Tag, der langsam sein Ende findet, vielleicht ein letzter Akzent des nun endgültig verstreichenden Sommers ... ein letztes Mal warm, bis die Blätter wieder fallen und die Natur sich auf den nahenden Winter einstellt. Ein Moment, der in sich perfekt passt ... ein Moment zum Auskosten und Geniessen, ein Moment zum Eintauchen ... Hogarths Stimme, Rotherys Gitarre, ein ausklingender Tag ... vor einigen Augenblicken war noch in ziemlicher Höhe ein Flugzeug nach Westen geflogen, praktisch über die Bühne hinweg, still und fern mit seinen Kondensstreifen, noch hell erleuchtet von der untergehenden Sonne ... inzwischen ist nichts mehr von ihm zu sehen.

Ein interessantes Konzert und in der Kombination (Raumfahrttage und Marillion ?!) wohl auch etwas überraschend. Während die Band bereits Backstage auf den Auftritt wartet, wird Sänger Hogie erst noch mit dem Hubschrauber eingeflogen ... eine kurze Runde über den Köpfen der versammelten Menschen vor der Bühne, dann die Landung, alles schön zu sehen auf der Großleinwand der Bühne. Wobei der Gute bestimmt noch nicht in einem Militär-Geländewagen von einem Offizier chauffiert zu einer Bühne gefahren ist und dabei einen geparkten Eurofighter und zwei Tornados zu sehen bekommen hat (die Luftwaffe hatte ebenfalls einiges ausgestellt). Nunja ... ob Marillion sich nun wirklich wohl gefühlt hat, mag dahingestellt bleiben ... immerhin war es kein richtiges Konzert von ihnen, mehr eine Beigabe, und insofern war das Publikum eher eine wilde Mischung von Marillion-Begeisterten (Shirts der Band gab es genug zu sehen), Raumfahrt-Interessierten und wohl auch Kölnern, die sich einfach gedacht hatten "oh da ist ein Open Air ohne Eintrittspreis, fahren wir mal hin, kann man nicht viel falsch machen". Die Kulisse mit den Militärmaschinen im Hintergrund war auch etwas ungewohnt, und Grüsse von Neil Armstrong (das ist der Astronaut, nicht der Trompetenspieler und auch nicht der von der Tour de France) lesen sie wohl auch nicht häufig vor. Aber Hogarth und Konsorten kamen nicht so leicht weg wie sie wohl gedacht hatten ... eine Zugabe, ok, die hatten sie eingeplant ... 'Easter' und 'The Space' brachten sie ... wobei das namenstechnisch passende 'The Space' wohl ganz klar der Ausgang des (für meinen Geschmack eher kurzen) Konzerts sein sollte. Verabschiedung, Steve Rothery verteilt seine Plektrons, die Roadies fangen schon langsam und gemächlich mit dem Abbau an, soweit so gut. Nur reichte das dem Publikum nicht ... selber Schuld, wenn die Band so gute Musik macht und sie auch live so überzeugend rüberbekommt - da verlangen die Leute eben auch noch minutenlang eine weitere Zugabe, selbst wenn keine mehr geplant ist. Und da kann man sich auch nicht einfach so absetzen ... schließlich kann es kein grösseres Kompliment für Musiker geben ... und so kam dann doch noch was kommen musste, nämlich ein weiteres Stück, um die begeisterten Zuhörer für ihre Anstrengung zu belohnen.

Fazit: Pascal kam - nach dem gescheiterten Versuch vom Donnerstag, das erst etwas geheim anmutende und dann letzlich doch irgendwie überlaufene Konzert der "Donots" und "Jimmy eat world" im Kölner E-Werk zu erleben - doch noch zu seinem Konzert für diesen Monat, und ganz nebenbei war es auch noch eine gute Gelegenheit für mich, endlich zwei alte Online-Bekannte, die ich schon seit meinen "Warbirds"-Zeiten kenne, mal real zu sehen ... auf der einen Seite den frisch aus dem Irland-Urlaub zurückgekehrten und sichtlich erholten "Wiesel", von ihm kam ja letztlich der Tipp, und auf der anderen Seite "kayser", der damals Community-Manager war und immer noch recht aktiv in dieser Online-Flugsimulation ist. Und so waren natürlich auch die Ju 52, die mit ihren drei Sternmotoren einen kleinen Überflug des Geländes machte, und die auch mal im Verband mit drei kleineren Kolbenmaschinen zu sehen war, ein gerne aufgegriffenes Gesprächsthema ... neben den ohnehin obligatorischen Themen "Nahrungsaufnahme" und "Was könnte man alles für tolle Bilder machen, wenn man denn nur seine Digitalkamera dabei hätte" ;-).