Donnerstag, 13.01.2005

"And the leaves fall from red to brown
To be trodden down
Trodden down
And the leaves turn green to red to brown
Fall to the ground
And get kicked around"
(Beautiful / Marillion)

Ich beobachte Blätter, die ein paar Meter von meinem Fenster entfernt draussen auf dem Steinboden liegen ... braune, trockene, teils zusammegerollte, winterliche Blätter. Der Wind spielt mit ihnen. Seltsam, wenn man sie so betrachtet, die Bewegung in der Szenerie auf sich wirken lässt, wirken sie fast wie kleine Vögel, die nachlaufen oder fangen spielen oder sich einfach fröhlich ihres Lebens freuen. Sie fliegen auf und setzen sich kurz darauf woanders wieder hin, sie fliegen einander nach und landen nebeneinander ... wie selbstverständlich. Vermutlich würde jemand mit schlechtem Sehvermögen ohne Brille tatsächlich denken, es wären kleine Vögel und keine Blätter.

Aber es sind Blätter. Leblose Blätter. Ihre Zeit ist vorbei, sie haben ihre schöne, satte Farbe verloren, sie hängen nicht mehr an irgendeinem Ast oder Zweig. Sie warten ab, wohin der Wind sie trägt, um sich langsam aufzulösen, zu zerfallen um irgendwann wieder Teil etwas anderem, neuen zu sein. Ein Anblick, der mich seltsam melancholisch macht.

Vielleicht wird es Zeit, daß der Frühling kommt ... die Natur ihren kräfteschonenden Schlaf beendet und für ein paar Monate wieder voller Farbe vom Leben zeugt.