Donnerstag, 22.06.2006

"It’s the end of a perfect day
For surfer boys and girls
The sun’s dropping down in the bay
And falling off the world"
(Our Shangri-La / Mark Knopfler)

Ich weiß nicht, was ich davon halten soll. Von solchen Filmen. Filme, die ein irgendwie geartetes offenes Ende haben. Filme, in denen zum Beispiel irgendjemand durch die Gegend reist und irgendetwas sucht, und irgendwann wieder zuhause ankommt, ohne es gefunden zu haben. Filme, an deren Ende es einem zunächst so vorkommt, als wär man nicht schlauer als am Anfang. Doch stimmt das? Was sind die besseren Filme, diejenigen, an deren Ende alles wunderbar geklärt und in Butter ist, wo man dann nur stumm abnickt und sagt "hey, ok, das war es", und es mehr oder weniger abhaken kann? Oder sind es die Filme, an deren Ende man nun so gar nicht weiß, woran man ist, wo man aus dem Kino geht oder die DVD aus dem Player nimmt und sich fragt, wie man das alles, was man gesehen hat, denn nun einzusortieren hat, und wenn man eben keinen simplen Schlußstrich ziehen kann, sondern sich noch selbst damit auseinandersetzt, wie es wohl weitergehen könnte?

Vielleicht sind die Fragen, die ein Film aufwirft, das, was ihn wirklich interessant und sehenswert macht ... zumindest manchmal.

Schließlich ist auch im im wirklichen Leben selten mal ein Ende wirklich ein Ende, selten ist mal etwas wirklich definitiv geklärt und fest, selbst wenn es uns für einen kurzen Moment so erscheint. Nicht, dass man keine Antworten findet, nein ... aber man findet meist gleichzeitig genug neue Fragen. Das Leben läuft nunmal weiter, es bleibt nicht stehen, es ist im Fluß, Dinge ändern sich und letztlich weiß man nie so richtig, wo einen die nächste Woche, der nächste Tag oder auch nur die nächste Stunde hinführt.  Man kann nicht einfach sagen "hey, stopp, warte mal, so wie es jetzt ist soll es bleiben, ich fühl mich gerade so wundersam wohl". Man kann auch keine Notbremse ziehen, die den Zug, in dem das ganze Universum sitzt, anhalten lässt ... und sei es nur, um mal eben auszusteigen und sich die Füße zu vertreten, während die Zeit um uns stehenbleibt.

Ist es nicht irgendwie so wie es ist das interessantere Leben?