Charakter-Vorstellung Sian Athulae
(Was wohl der Wirt über ihn sagen würde ...)
 

"Sian ? Sian Athulae ? Der Elf ?"

Der Wirt schaut euch kurz an und widmet sich dann wieder mit dem feuchten Tuch der Theke.

"Was ich über ihn erzählen kann, hm. Er ist recht neu in der Stadt. Und jung. Für einen Elfen meine ich. Ziemlich grün hinter den Ohren, so kommt er mir vor. Wenig Erfahrung damit, wie es außerhalb eines Elfenhains zu geht. Dafür neugierig, wißbegierig. Fragt viel. Mag kein Bier. Sagt, es würde nicht gut riechen. Ein seltsamer Elf. Oder habt ihr jemals einen Elfen gesehen, der sich freiwillig von einem Teil seiner Haarpracht trennt ? Und den Rest zu einem solch wilden Kamm aufrichtet ?"

Er grinst beiläufig und wischt weiter Bier- und Weinrückstände von der Theke.

"Manchmal denke ich so bei mir, Cúrondis ist nicht nur die Schutzgöttin der Elfen, sondern auch die Schutzgöttin des Haares ... aber erzählt das nicht weiter, viele verstehen bei sowas keinen Spaß und ich möchte keinen unnötigen Ärger."

Der Wirt zwinkert euch fröhlich lächelnd zu.

"Naja, zurück zu Sian, vielleicht muß man auch ein seltsamer Elf sein, um sich von seiner Sippe und dem wohl recht idyllischen Leben aufzumachen - wobei ich mir nicht sicher bin, ob das sein eigener Wunsch war. Aber nunja. Er war einer derer, die für das Dorf auf die Jagd gingen und die Umgebung im Auge behielten ... als eine Art Kundschafter oder Wächter, mal alleine, mal in einer kleinen Gruppe mit anderen zusammen. Sicherstellen, daß niemand unbemerkt dem Dorf zu nahe kam, oder der Natur Leid zufügte ... Durchreisende beobachten ... all diese Dinge, auf die Elfen eben Wert legen ... Vertreiben zu forscher Eindringlinge - Elfen bleiben ja gern unter sich - nunja, aber manchmal gewähren sie eben auch jemandem Hilfe, der sie benötigt. Solche Kundschafter oder Waldläufer werden diejenigen, die sich mit dem Bogen besonders geschickt anstellen, kräftig und von guter Konstitution sind. Ja, auf Wald und Wiese wird sich Sian wohl gut auskennen ... aber hier in Velga wirkt er doch eher verloren und manchmal ein wenig wehmütig - Heimweh, denk ich mal."

Der Wirt schaut zu euch auf und schmunzelt, als er eure nächste Frage errät.

"Warum er hier ist ? Nun, er verließ sein Dorf, um ... wie sagte er noch gleich ... neue Eindrücke zu gewinnen, neue Erfahrungen zu machen, um irgendwann später - weiser oder wie auch immer - wieder in sein Heimatdorf zurückzukehren. In gewissem Sinne also wieder ein Kundschafter. Wobei ich nicht weiß, ob er von sich aus ging oder von irgendjemandem aus dem Dorf dazu ausgesucht wurde. Tja, es geschehen wohl noch Zeichen und Wunder. Es gibt anscheinend auch unter den wenigen noch gänzlich abgeschieden lebenden Elfen Leute, die anfangen zu begreifen, daß das ewige Unter-Sich-Bleiben auf Dauer ihrem Volk nicht zuträglich ist. Auch mal über die eigene 'Stadtmauer' schauen, das ist wichtig. Vielleicht können ja selbst die Elfen noch etwas dazulernen. Und selbst wenn nicht, mir soll es recht sein ... denn früher oder später landet jeder, der eine Weile in Velga ist, in meiner Taverne. Von etwas muß ich ja schließlich leben. Wie auch immer, Sian hat sich das wohl sicherlich anders vorgestellt. Ihr wisst, daß das Schiff, auf dem er ursprünglich seine Passage bezahlt hat, untergegangen ist ? Schlimme Sache. Ein anderes Schiff hat ihn aufgelesen, mehr tot als lebendig, und brachte ihn mit nach Velga. Nun ist er hier, versucht sich irgendwie inmitten der anderen Leute zurechtzufinden, auf seltsame Art entwurzelt, aber neugierig - wie ich bereits sagte. Und ich denke er hat mittlerweile begriffen, daß er noch viel zu lernen hat und seine Überlebenstalente nicht für alles ausreichen - dort draußen vor den Stadttoren."